Zadar, auch von dieser kroatischen Stadt hatte ich schon einiges gehört und gelesen. Ebenso wie Split und Dubrovnik liegt sie in Dalmatien, der südlichsten der drei Regionen in Kroatien. Alles was ich bis zu meiner Kroatienrundreise über Zadard wusste ist, dass es nach Split die zweitgrößte Stadt Dalmatiens ist und hierher mehrer Tausend Besucher kommen um die historische Altstadt zu erkunden. Aus meinem Reiseführer hatte ich den Tipp bekommen meinen Ausflug nach Zadar auf das Vollmond-Wochenende im August zu legen. Denn dann findet jedes Jahr das Volksfest mit einem Titel statt, das übersetzt ungefähr so viel wie “Fest des Vollmonds” heißt. Ich hielt mich an den Tipp und plante meine Reise entsprechend.
Da ich meinen Urlaub relativ spontan in Angriff genommen hatte, sah es zuerst so aus, als ob ich keine Ferienwohnung in Zadar finden sollte. Alle die preislich und von der Lage her passten waren schon ausgebucht…aber ich gab nicht auf und fand nach langer Suche endlich eine passende Ferienwohnung. Sie lag zwar nicht direkt in Zadar aber dafür sahen die Fotos sehr vielversprechend aus und auch der Preis war sehr gut.
Als ich in Zadar ankam, zum Glück entsprach die Ferienwohnung genau meinen Wünschen, machte ich mich direkt auf den Weg in die Altstadt von Zadar. Da ich morgens früh aufgestanden war, war es noch vormittags und ich hoffte darauf, dass viele der anderen Touristen noch schlafen würden. Als ich nach 20 Minuten immer noch keinen Parkplatz gefunden hatte, schwand diese Hoffnung spürbar und ich dehnte meinen Suchradius weiter aus. Als ich dann endlich einen freien Parkplatz fand musste ich ein gutes Stück zu Fuß zurück legen und auch die Parkgebühren waren nicht gerade billig. Aber da ich keine Lust hatte einen Strafzettel zu bekommen zahlte ich zähneknirschend den Betrag für einige Stunden und machte mich nun zu Fuß auf den Weg in die Altstadt. Durch ein großes Steintor gelangte ich direkt auf die Hauptstraße von Zadar. Hier tummelten sich trotz der frühen Stunde schon viele Touristen und Einheimische. Ein Mischmasch aus italienisch, spanisch, englisch, kroatisch und deutsch erfüllte die Straße. Überall gab es Geschäfte, die Sonnenbrillen, Souvenirs, Essen oder Schmuck verkauften. Die Schilder waren international gehalten, allerdings fiel mir auf das Sonnenbrillen erheblich teurer waren als in den gleichnamigen Shops in Deutschland. Die Häuser am Straßenrand sind sehr alt und schön gebaut.
Etwa auf der Hälfte der Straße kam ich an einen Glockenturm, den man besteigen kann. Da ich mir gerne einen Überblick von Zadar verschaffen wollte und immer noch begeistert von der Aussicht war, die ich vom Glockenturm in Split gehabt hatte, ging ich zum Eingang. Der Eintritt war relativ günstig und schon im Eingangsbereich fiel mir die Größe des Baus auf. Ich musste erstmal warten, bis die Besucher von oben hinab gestiegen waren bevor ich den Ersten Abschnitt in Angriff nehmen konnte. Die Stufen waren etwas augetreten, aber da es ein gutes Geländer gab machte ich mir keine Gedanken darüber wie hoch ich mittlerweile gekommen war. Endlich oben angekommen war ich zuerst ein klein bisschen enttäuscht, denn es gab nur einen schmalen Gang, der um den Turm herum führte. Da außer mir noch einige andere Besucher hier oben waren hatte ich nicht die Ruhe den Ausblick auf mich wirken zu lassen, sondern versuchte schnellst möglich alles zu sehen und dann den nachrückenden Touristen Platz zu machen. Trotzdem muss ich sagen, dass man von oben einen ganz anderen Eindruck von Zadar bekommt und die Vorfreude die Stadt zu erkunden ungemein gesteigert wird. Der Abstieg ging erheblich schneller voran als zuvor der Aufstieg. Wieder unten ging ich direkt in das Café beim Glockenturm. Es handelte sich bei diesem Café um das Café Forum, das seit 1796 an dieser Stelle steht und so das älteste Café von ganz Zadar ist. Diese Information hatte ich in meinem Reiseführer gefunden, etwas weiter unten im Text fand ich auch den ersten Namen des Cafés, bei seiner Eröffnung hieß es “Zum Schicksal”. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich nicht nur der Name, sondern auch das ursprüngliche Gebäude wurde zerstört und wieder neu aufgebaut, aber an dieser Stelle gibt es nun seit über 200 Jahren ein Café. Nach dem ich meinen Kaffee getrunken hatte ging ich weiter auf der Straße Richtung Meer.
Ich kam an einer großen Kirche vorbei, die heute allerdings nicht mehr für Messen genutzt wird. Dies ist eine Sache die ich bisher nur in Zadar gesehen habe: in ehemaligen Kirchen findet man Banken, Museen oder Cafés. Ich kam an einer großen Wiese vorbei, auf der große Steine lagen und Denkmäler standen. Von hier aus war es nicht mehr weit bis zur Uferpromenade. Die gesamte Promenade war voller kleiner Buden, in denen abends auf Grund des Festes Essen, Souvenirs, Öle und ähnliches verkauft wurde. Abends herrschte hier ein großer Andrang. Es gab einfache handbetriebene Karusselle und eine Bühne, auf der Folklore getanzt wurde.
Außerdem wurde abends auf verschiedenen Sprachen das Fest erklärt und überall herrschte ausgelassene Stimmung. Tagsüber war nichts los und da der mittelalterliche Markt noch geschlossen war ging ich ein Stück weiter und setzte mich auf die Steinmauer am Meer. Diese ging in breiten flachen Treppenstufen hinab bis zum Meer. Trotz der prallen Mittagssonne konnte man gut auf den Steinen sitzen. Plötzlich hörte ich eine Melodie, die ich nicht zuordnen konnte. Ich blickte mich um, konnte aber niemanden entdecken. Neben mir saß ein deutsches Paar, die mir erklärten, dass es sich bei dieser Melodie um die sogenannte “Meeresorgel” handelt. Durch strategisch gut platzierte Löcher in der Treppe erklingt durch das herein- und herauslaufen der Wassermassen in diese Hohlräume eine ganz natürliche Melodie. Davon hatte ich bis jetzt noch nie etwas gehört. Die Sonne und die schöne Melodie machten mich schläfrig, ich hätte noch Stunden hier sitzen können. Da ich noch einiges sehen wollte bleib ich aber nicht mehr allzu lange sitzen und ging dann weiter. Nur wenige Meter weiter sah ich einen Kreis aus Solarzellen, konnte aber sonst nichts besonders entdecken. Erst als ich abends wieder an der gleichen Stelle war, verstand ich was es mit dem “Gruß an die Sonne” auf sich hatte: während des Tages hatten die Solarzellen Sonnenenergie gespeichert und in Dunkelheit leuchtet der Kreis in allen möglich Farben. Es gab Lichtpfeile in gelb, grün, pink, blau, gelb und so weiter. Erwachsene und Kinder waren gleichermaßen fasziniert von diesem bunten Schauspiel.
Auch wenn ich mir tagsüber Zadar und seine Sehenswürdigkeiten abgesehen hatte und ich begeistert von der Stadt war, gefiel sie mir abends im Dunkeln sogar noch besser. Alle Gebäude in der Altstadt waren angeleuchtet, die Gassen voller Leben und die Luft nicht mehr so heiß wie noch zur Mittagszeit. Zadar übte auf mich abends eine ganz besondere Anziehungskraft aus, was aber auch an dem schönen Markt und der vielen Lichter gelegen haben kann. Ich kann nur sagen, dass mir der Tag in Zadar sehr gut gefallen hat und ich erst am nächsten Abend spät weiter zu meinem nächsten Ziel gefahren bin. Zadrad gehört für mich neben Split und Dubrovnik definitiv zu den Städten Dalmatiens, die man gesehen haben sollte!
Mein Fazit zu Zadar : Hier gibt es viel zu sehen und ein Besuch ist absolute Pflicht!









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