Über die kleine mittelalterliche Stadt Trogir hatte ich schon viel gelesen und von meinen Freunden die regelmäßig nach Split fahren hatte ich den Tipp bekommen sie mir unbedingt anzusehen. Bis zu meinem Ausflug dorthin wusste ich über Trogir eigentlich nur folgendes: Der Flughafen Split, auf dem ich gelandet war, lag nur sechs Kilometer von Trogir entfernt, außer Dubrovnik war es die einzige Stadt Kroatiens die ihre mittelalterliche Altstadt bewahren konnte und eine sehr abwechslungsreiche und lange Geschichte hatte. Das war´s dann eigentlich auch schon. Da ich meine Ferienwohnung in Split für mehrere Tage gemietet hatte, nutze ich einen der Tage um einen Ausflug nach Trogir zu machen. Auf der Karte war die Entfernung ca. 10 Kilometer Luftlinie, aber da es eine sehr große Bucht gibt musste ich außen rum fahren.
Trogir war sehr gut ausgeschildert und innerhalb einer halben Stunde hatte ich mein Ziel erreicht. Ich suchte mir bereits in einiger Entfernung zur belebten Altstadt einen Parkplatz und bezahlte so erheblich weniger als auf einem der Parkplätze direkt in Trogir selbst. Vom Parkplatz aus hatte ich einen schönen Blick auf´s Meer und da mein Urlaub sich langsam dem Ende zuneigte konnte ich schon jetzt mit Gewissheit sagen, dass ich den ständigen Blick auf Palmen und Meer vermissen würde.
Auf dem Weg zur Altstadt von Trogir kam ich an einem kleinen Wohngebiet vorbei. Hier hatten Jugendliche einen Verkaufsstand errichtet und boten Muscheln und anderes zum Verkauf an. Die Muscheln waren sehr schön und auch teilweise sehr groß, dennoch kaufte ich keine. Die Vorstellung, dass dies alles aus dem Meer kam, in dem ich eben noch schwimmen war kam mit irgendwie unheimlich vor.
Die Tore der Altstadt von Trogir sind sehr schmal, so dass dort kein Auto fahren kann. Zum Glück hatte ich etwas weiter außerhalb geparkt, denn überall suchten genervte Fahrer einen freien Parkplatz. Auf der Brücke die Trogir und den Vorort ?iovo verbindet herrschte ein ziemliches Chaos. Auf beiden Seiten gingen Fußgänger und von scheinbar allen Richtungen kamen hupend Autofahrer. Es war ein wildes Durcheinander verschiedener Sprachen. Da ich etwas hungrig war kaufte ich mir in einem der kleinen Läden Burek mit Schafskäse und eine Flasche Wasser. Das Burek war lecker, frisch und warm und günstig gewesen. Ich ging über die Brücke und setzte mich auf einen der Steine direkt vom Meer und beobachtete die Schiffe und die anderen Spaziergänger. Anschließend ging ich weiter und machte mich auf zur hellen und von Palmen gesäumten Riva. Auf der einen Seite grenzt die Riva von Trogir an das Meer, auf der anderen Seite reihen sich die Cafés und Restaurants aneinander. Überall stehen Bänke mit Blick auf das Meer und die prachtvollen Yachten.
Am Ende der Riva sah ich eine gut erhaltene Festung, das Kastell Kamerlengo von Trogir. Das letzte mal militärisch genutzt worden war sie von italienischen Faschisten während des 2. Weltkriegs, die dort Regimegegner erschossen hatten. Heute wird die Festung auf eine erfreulichere Art genutzt, denn im Sommer finden hier oft Aufführungen und wegen der guten Akustik Konzerte statt. Der Eintritt war gering und obwohl die Festung klein ist kann man hier einiges sehen. Der Innenhof ist weniger interessant, aber dafür das Innere. je höher man kommt um so mehr kann man sehen. Leider gibt es hier ein paar Tauben, die die Festung in Beschlag genommen haben, aber sie stören kaum. Die Treppe nach oben ist etwas wackelig und vor allem beim Hinuntersteigen muss man gut aufpassen. Wenn man schließlich ganz oben angekommen ist, befindet man sich auf der Aussichtsplattform der Festung. Hier weht die kroatische Flagge und generell uist es dort oben ziemlich windig, auch wenn es unten auf den Straßen von Trogir windstill ist. Ich machte viele Fotos, da der Ausblick wirklich sehr gut. Man kann die gesamte Riva und Trogir überblicken. Oben ist es verhältnismäßig geräumig und auch wenn mehrer Menschen sich oben aufhalten kann man ungestört gucken und fotografieren. Mein Rundgang auf der Festung dauerte fast eine Stunde, dann hatte ich genug gesehen und begab mich wieder auf die Riva von Trogir.
Als nächstes ging ich in die verwinkelte Altstadt von Trogir, jeder Gasse sah der vorherigen ähnlich und überall gab es etwas schönes zu sehen. Auch hier gab es viele Restaurants und Cafés. Souvenirläden sah ich ebenfalls eine ganze Menge. Das Angebot war mehr oder weniger überall gleich und auch im Preis gab es keine größeren Unterschiede. Schließlich setzte ich mich in eins der zahlreichen Cafés und bestellte mir etwas zu trinken. Trogir gefiel mir bereits nach der kurzen Zeit sehr gut und ich fühlte mich hier wohl.
Danach machte ich mich auf den Weg zu der “Brücke der Verliebten”, die sich in einem kleinen Park etwas außerhalb von Trogir befindet. Eine richtige Erklärung, warum die Bewohner von Trogir sie so nennen konnte mir niemand geben. Die häufigste Antwort war, dass sich abends im Park viele frisch verliebte Pärchen treffen. Tagsüber sah ich davon allerdings nur sehr wenige und die waren alle Touristen. Da ich mich sonntags in Trogir aufhielt spielten Männer in Park Balote, dies ist die kroatische Form von Boccia. Es hatten sich viele Zuschauer versammelt und die älteren Mä nner genossen ihr Spiel.
Durch die vielen Bäume war der Park schattig und man spürte wenig von der Hitze, die sonst überall in Trogir greifbar war. Als das Spiel zu Ende war setzte ich meine Streifzug durch Trogir fort und sah noch allerhand schönes. Eine Kirche, mit einer Abbildung von Adam und Eva, eine französische Gloriette, eine weitere Festung, die Marko Festung und schöne alte Häuser in der Altstadt. Später hörte ich von der Legende, dass jedes der Häuser in der Altstadt von Trogir in ein Drama aus Liebe, Hass, Eifersucht und Intrigen verwickelt ist. Ob dies stimmt ist natürlich nicht sicher, aber vorstellbar ist es in dieser historischen Kleinstadt sicherlich.
Da es bereits dunkel wurde machte ich mich wieder auf den Weg aus Trogir heraus zu meinem Auto. Wenn möglich, dann waren noch mehr Leute auf der Brücke als heute Mittag. Es war ein einziges Gewusel aus Motorrädern, Fußgängern und Autos. Als ich endlich in meinem Auto saß und Trogir bereits hinter mir gelassen hatte war ich voller Eindrücke die ich heute gesammelt hatte.
Da Trogir eine kleine Stadt ist, hatte ich meinen Ausflug mit wenigen Erwartungen gestartet und war so positiv überrascht worden. Hinter mir lag ein interessanter Tag voller Impressionen und Abwechslung. Trogir ist definitiv einen Ausflug wert. Da es recht kleinist, kann man an ein oder zwei Tagen alles sehen und erkunden. Auch wenn man bereits hier war wird man schöne Sachen entdecken und eine schöne Zeit hier verbringen können.
Mein Fazit zu Trogir: Klein aber oho- absolut sehenswert!









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