Über die kleine Stadt Solin, die im Schatten der großen und bekannten Stadt Split liegt erfährt man heute nur noch sehr wenig. Das war allerdings nicht immer so, denn vor langer Zeit war Solin die bedeutendste Stadt Kroatiens. Genauer gesagt war Salona, die sich oberhalb des heutigen Solin, die Hauptstadt des römischen Reichs in Kroatien. Schon vor fast 2.000 Jahren lebten dort über 60.000 Menschen, was zu der damaligen Zeit eine unglaubliche Menge war. Der römische Kaiser Diokletian wurde hier geboren und es gab eine direkte Straße über das heutige Solin bis zum Goldenen Tor in Split. Da ich mich gerade in Split aufhielt und mich schon immer für Geschichte interessiert hatte, plante ich einen Ausflug nach Solin. Da Solin nicht weit weg lag schlief ich erstmal aus und machte mich gut ausgeruht auf den Weg dorthin. Ich hatte mir den Weg vorher genau angesehen, damit ich mich nicht verfahren würde. Denn Salona ist so klein, dass es die meisten Navigationsgeräte nicht kennen und ich sonst mit Sicherheit in Solin oder ganz woanders gelandet wäre. So kam ich ohne weitere Zwischenfälle an und fand auch direkt einen kostenlosen Parkplatz im Schatten.
Schon von meinem Mietwagen aus konnte ich die alten Steinfiguren und Grabmale erkennen. Sie waren noch erstaunlich gut erhalten und wunderschön reich verziert. Die Sarkophage waren überraschend klein, aber da die Menschen früher ja kleiner war es eigentlich gar nicht verwunderlich.
Kurz hinter dem Parkplatz kam ich zu einem Haus. Hier konnte ich die Eintrittskarte kaufen. Außerdem erhielt ich einen Flyer mit vielen Informationen zu der Ausgrabungsstätte bei Solin. In dem Haus war auch ein kleines Museum untergebracht, dass sich mit der Ausgrabungsstelle und dem Entdecker beschäftigte. Hier gab es Bilder, handschriftliche Skizze und ähnliches. Auf dem großen Holztisch in der Mitte des kleinen Raums lag ein Buch, in das man sich eintragen konnte und etwas schreiben konnte. Vor mir hatten hier schon viele andere eine Notiz hinterlassen. Ich sah nicht nur kroatische sondern auch deutsche und viele andere Eintragungen. Da das Datum der ersten Eintragung noch recht jung war kamen wohl doch mehr Touristen hierher nach Solin als ich erwartet hatte.
Als ich das Haus verlassen hatte musste ich nur wenige Meter gehen und schon befand ich mich mitten in der Ausgrabungsstätte. Auch wenn ich wusste, dass die Stadt bei Solin im 7. Jahrhundert zerstört worden war, war ich doch etwas enttäuscht darüber wie unauffällig die meisten Fundsachen waren. Nachdem ich am Eingang die gut erhaltenen Stücke gesehen hatte, hatte ich mich schon darauf gefreut lauter solche schönen alten Sachen zu sehen. Viele der Mauerreste waren unscheinbar und lagen halb versunken im Gras. Trotzdem beeindruckte mich die Größe und das Wissen, dass vor ewigen Jahren bereits vor Christi Geburt dies von Menschen erschaffen wurden war. Und diese Menschen hatten nicht die Maschinen die wir heute haben. Im Hintergrund sah ich die Hochhäuser von Split. Der krasse Gegensatz zwischen den neuen Häusern und den alten Fundstücken war schon etwas seltsam. Da es in Solin keine Hochhäuser gibt konnte ich es von hier aus nicht ausmachen, obwohl ich mich fast genau darüber befand.
Ich ging weiter und kam zum Amphitheater. Hier hatten früher bis zu 12.000 Besucher Platz gefunden, deutlich mehr als heute in Solin leben, und die einzelnen Reihen waren immer noch gut zu erkennen. Ich klettere nach ganz unten, dahin wo früher die Schauspieler gestanden haben. Von hier unten wirkte es noch riesiger und ich konnte mir bildlich vorstellen wie es hier ausgesehen haben könnte. Leider habe ich sonst nicht mehr so viele spannendes gesehen, aber die Größe des Amphitheaters war schon unglaublich. Ich sah noch ein weiteres Theater und Thermen. Da es bereits später Mittag war und ich hungrig wurde beschloss ich Salon zu verlassen und nach Solin zu fahren. Ich muss sagen römische Geschichte und der senkenden kroatischen Augustsonne ist nicht ohne. Vor allem da sich die einzelnen Fundstücke weit voneinander entfernt gefunden hatten und ich viele laufen musste war ich etwas erschöpft und freute mich darauf in Solin in ein Café zu gehen.
Die Fahrt von Salona nach Solin verlief schnell und ehe ich mich versah hatte ich die Geschichte hinter mir gelassen und befand mich wieder in der Gegenwart mit dem alltäglichen Problem wo ich am besten einen kostenlosen Parkplatz finden konnte. Zum Glück kommen nicht so viele Touristen nach Solin und so musste ich nicht lange suchen und fand direkt an einem schönen Park eine gute Stelle. Nur wenige Meter weiter sah ich ein kleines nettes Café und setze mich dorthin. Der Kaffee war lecker und nicht zu stark. Als ich ausgetrunken hatte ging ich zum Park um ihn mir genauer anzusehen.
Zuerst fiel mir der gepflegte und sehr grüne Rasen aus. Überall standen alte und hochgewachsene Bäume. Als nächstes nahm ich ein sanftes Rauschen war. Hier gab es einen kleinen Bach, der sich durch einen Großteil des Parks zog. Der Park war sehr leer, außer mir hielten sich nur drei oder vier andere Besucher hier auf. Ich beschloss mir eine Pause zu gönnen und setzte mich auf das weiche Gras. Zum Glück hatte ich ein Buch dabei, so dass ich etwas lesen konnte. Im Schatten der Bäume sitzend hörte ich die Vögel zwitschern und den kleinen Bach rauschen.
Als ich keine Lust mehr hatte zu lesen schaute ich mir den Park weiter an. Es gab eine Statue die dem Papst Johannes Paul dem 2. gewidmet ist, da er während des kroatischen Unabhängigkeitskrieg hierher kam. Außerdem weitere Denkmäler und viele Tiere. Ich habe ein Tor aus weißen Säulen gesehen, an dem zwar keine Beschreibung war, das aber dennoch sehr schön aussah. Überall standen Bänke und langsam kamen auch mehr Menschen hierher.
Da ich nun alles gesehen hatte beschloss ich Solin zu verlassen und wieder zurück nach Split zu fahren. Für einen Tag hatte ich genug gesehen und ich musste immer noch daran denken wie viele Menschen mal in Solin und Umgebung gewohnt hatten und was diese erschaffen hatten.
Die Fahrt zwischen Solin und Split verging wie im Flug und schon bald war ich wieder in meiner Ferienwohnung angekommen.
Mein Fazit zu Solin und Salona: Eine interessante Erfahrung und ein sehr schöner Park, den man sich unbedingt ansehen sollte!









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