Nationalpark Krka Wasserfälle

Da mich der Nationalpark Plitvicer Seen sehr beeindruckt hatte beschloss ich einige Tage später, dass ich mir auch den Nationalpark Krka Wasserfälle ansehen wollte. Auch die Krka Wasserfälle spielen eine große Rolle in den alten Winnetou- Filmen die damals im kroatischen Teil des ehemaligen Jugoslawiens gedreht worden. Hier befand sich der legendäre “Silbersee” aus dem Film “Der Schatz im Silbersee”. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich es immer noch verwirrend finde, dass dieser Indianerklassiker im Nationalpark Krka Wasserfälle und nicht in einem weit entfernten amerikanischen Nationalpark gedreht wurde. Aber da nun mein Interesse an kroatischen Nationalparks im Allgemeinen und an Wasserfällen im Besonderen geweckt war plante ich meinen Besuch zu den Krka Wasserfällen. Da die Krka Wasserfälle sich in Dalmatien befinden und kleiner als der der Nationalpark Plitvicer Seen sind beschloss ich erst morgens los zufahren und dann den ganzen Tag dort zu verbringen. Wieder packte ich mir belegte Brote, Obst und Wasser ein, damit ich nicht zu den überteuerten Preisen im Nationalpark meine Verpflegung kaufen musste.

nationalpark_krka_3 Der Nationalpark Krka Wasserfälle ist ab Šibenik sehr gut ausgeschildert und somit fast schon nicht mehr zu verfehlen. Als ich auf dem großen aber dennoch sehr übersichtlichen Parkplatz der Krka Wasserfälle ankam war ich positiv überrascht, dass man keine Parkgebühren zahlen muss. Der Eintritt kostet in der Hauptsaison pro Person 95 Kuna, das entspricht ca. 12,50 €. Die Karte ist den ganzen Tag gültig, beinhaltet aber leider keine Schifffahrt sondern nur die Busfahrt in den Nationalpark Krka Wasserfälle und wieder zurück zum Parkplatz.Vorne am Eingang befanden sich außerhalb des Parks eine Pizzeria, Toiletten und der Ticketverkauf. Man fährt mit dem Bus in den Park hinein und dann kann man einfach den übrigen Besuchern folgen.

Hier gibt es nur eine Wanderroute. Die Wanderwege waren sehr gut begehbar. Auch Familien mit Kinderwagen können gut spazieren gehen und auch Rollstuhlfahrer können hier lang fahren. Zwar waren sehr viele Besucher hier, aber man konnte ohne Probleme aneinander vorbei gehen und es wirkte nicht überfüllt. Es dauerte eine Weile bis ich zum ersten See kam. Bald darauf sah ich eine große Karte, auf der die Tiere, die hier im Nationalpark Krka wohnen aufgelistet waren: Reptilien und Amphibien wie Frösche und Kröten und natürlich eine ganze Reihe an Fischen. Außerdem Vögel, besonders im Frühling und im Spätherbst, wenn die Vogelwanderungen sind, kann man in Nationalpark Krka Wasserfälle viele Vögel beobachten, da sie hier eine Zwischenlandung einlegen. Laut der Parkverwaltung leben im Nationalpark auch eine ganze Reihe an Säugetieren wie Dachse, verschiedene Mäusearten und ähnliches. Das große Schild, dass die verschiedenen Insektenarten des Parks erläuterte, schaute ich mir lieber nicht genauer an.

nationalpark_krka_8 Überall im Park gibt es Toilettenhäuschen und Kioske, an denen man Souvenirs und Bilder der Krka Wasserfälle oder Eis kaufen kann.

Die Preise waren natürlich recht hoch und die Verkäufer sahen mehr gelangweilt und genervt aus als freundlich. Daher kaufte ich nichts und ging weiter. Immer wieder sah ich Wasserfälle und Seen. Die Seen waren entweder sehr klar, so dass man die Fische sehen konnte oder aber voller, für dieses Gebiet typischen, Rauwacken. Die Regeln im Park besagen zwar, dass man die Wege nicht verlassen soll, aber an manchen Stellen sieht man viele Besucher die dies tun um schönere Fotos zu machen. An einigen Stellen sollte man aber wirklich auf den Stegen und Wegen bleiben, da man sonst die über Jahrhunderte gewachsene zerbrechliche Schönheit der Krka Wasserfälle leicht für immer zerstören würde.

Das 109 m² große Gebiet rund um die Krka Wasserfälle wurde erst 1985 zum Nationalpark erklärt und lockt seitdem jährlich mehrer Tausend Besucher an. Da der Park sich kontinuierlich verändert, lohnt sich ein Besuch auch mehrmals. Früher schrieb man dieses Phänomen Fabelwesen wie Elfen und Kobolden zu, die angeblich am Skardinski Buk, wo sich der größte Wasserfall der Krka Wasserfälle befindet, wohnen. Heute weiß man allerdings, dass es sich dabei um etwas viel weniger märchenhaftes handelt, denn durch die Schneeschmelze und Erosionen zurückzuführen ist. Ich finde jedoch die Legende, dass die Fabelwesen ihren Wohnsitz immer wieder ändern, viel schöner und geheimnisvoller. Meiner Meinung passt sie auch besser zu diesem verwunschendem Ort als die nüchterne wissenschaftliche Erklärung….

Der Skradinski Buk ist der Höhepunkt der Wanderung durch den Nationalpark Krka Wasserfälle. Besonders beeindruckend ist er, wenn im Frühling während der Schneeschmelze jede Sekunde 300 Kubikmeter Wasser die 800 Höhenmeter hinabstürzen. Aber selbst im Sommer, wenn andere Seen in der Gegend austrocknen, führt der Skradinski Buk noch massenweise Wasser. In der trockenen Jahreszeit rauschen immer noch beeindruckende 50 Kubikmeter jeder Sekunde hier hinab. Aber der Wasserfall und der dazugehörige See haben bietet dem Besucher der Krka Wasserfälle noch eine weitere Besonderheit: In den gekennzeichneten Bereichen kann man schwimmen gehen! Daher unbedingt daran denken die Badesachen einzupacken. Ich hatte diese Information leider nicht erhalten und war daher ohne meine Badesachen hierher gekommen. Ich ärgere mich sogar jetzt immer noch darüber, denn es wäre bestimmt eine ganz besondere und außergewöhnliche Erfahrung gewesen. Naja, so kann ich nur sagen, dass viele Besucher schlauer waren als ich und das Schwimmen sichtlich genossen haben. Direkt neben dem See kann man schön im Schatten liegen und am gegenüberliegenden Stand ein Eis kaufen. Das tat ich dann auch zur Abkühlung und ging weiter. Danach gab es jedoch nicht mehr sonderlich viel zu sehen. ich kam an alten Metallteilen vorbei, die früher sicherlich Bestandteil der riesigen Wassermühlen gewesen waren. Außerdem gab es einen Aussichtspunkt, von dem man einen guten Blick auf den Skradinski Buk und die Schwimmer hatte. Von hier oben wirkte der größte der Krka Wasserfälle noch beeindruckender als von unten und auch um einiges größer als ich vermutet hatte.

Dann befand ich mich auch schon so gut wie wieder am Ausgang. Ich kam noch an einem Restaurant vorbei und dann sah ich schon die anderen Besucher, die zurück zum Parkplatz wollten. Mein ganzer Aufenthalt im Nationalpark Krka Wasserfälle dauerte nur ungefähr nur 3 Stunden und somit erheblich kürzer als ich erwartet hatte. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich enttäuscht war vom Nationalpark Krka Wasserfälle. Vielleicht lag es daran, dassich erst kurz zuvor den Nationalpark Plitvicer Seen besucht hatte, der um einiges größer ist als die Krka Wasserfälle. Vielleicht hatte ich einfach zu große Erwartungen. Ich kann auch gar nicht so genau fest machen, was mir gefehlt hat, denn der Park ist wirklich sehr schön und voller vieler interessanter Details. Ich kann auf jeden Fall jedem, der einen Ausflug zu den Krka Wasserfällen plant, nur raten nicht unmittelbar vorher die Plitvicer Seen zu besuchen und vor allem Dingen Badesachen ein zu packen.

Mein Fazit zu dem Nationalpark Krka Wasserfälle : Ein schöner Nationalpark, aber für mich persönlich nichts weltbewegendes.

Bilder von Nationalpark Krka Wasserfälle

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