Nicht Dubrovnik ist wie so viele glauben die südlichste Stadt Kroatiens sondern Cavtat. Cavtat liegt noch mal ca. 20 Kilometer weiter südlich und ist somit fast schon an der Grenze zu Montenegro. Da ich mir für meine Kroatienrundreise vorgenommen hatte die südliche Region, Dalmatien, so gut wie möglich kennen zu lernen. Für mich war von Anfang klar gewesen, dass ich bis zu, südlichsten Punkt von Kroatien reisen wollte, nämlich nach Prevlaka. Da Cavtat die letzte Stadt im Süden ist beschloss ich mir dort eine Ferienwohnung in Cavtat zu mieten und von dort aus den südlichsten Bereich erkunden zu können. Über Cavtat fand ich in meinem Reiseführer nur eine kurze Notiz, aber ich beschloss mich nicht von meinem Vorhaben abbringen zu lassen. Die Ferienwohnung in Cavtat war günstig und gut gelegenen. Ich wohnte bei einem netten kroatischen Ehepaar, das mir die besten Strände und Restaurants in Cavtat empfahl.
Cavtat ist eine kleine aber sehr schöne Stadt. An der Riva legen sehr viele große und prachtvolle Yachten an, hier habe ich die größten und schönsten Yachten von ganz Kroatien gesehen. Überall gibt es Cafés und Restaurants in denen man zu günstigen Preisen sehr lecker Essen kann. Neben den typischen Spezialitäten der Region kann man überall Pasta, Pizza und Salat bestellen. Die Strände hier sind recht klein und schmal aber dafür ist das Meer unglaublich schön. Selbst zum Ende der Saison macht schwimmen hier noch viel Spaß, da es kaum Müll an den Stränden von Cavtat gibt. Die schönsten Strände befinden sich bei den Hotels in Cavtat. Hier gibt es auch einen Verleih für Tretboote, Kanus und so weiter. Mit den Tretbooten kann man sehr weit hinaus fahre bis zu den Yachten auf den Meer. Wenn man von hier aus vom Tretboot ins Wasser rutscht kann man sich sehr gut abkühlen. Fern ab vom Strand kann man sich hier gut erfrischen und in Ruhe schwimmen. Die Boote werden im Stundentakt abgerechnet. Die Preise sind absolut in Ordnung und den Spaß wert. An den meisten Stränden in Cavtat werden Sonnenschirme und Liegen vermietet, so dass man keine eigenen mitbringen kann.
Nur wenige Meter vom Strand entfernt befinden sich sehr gute und günstige Cafés. Hier kann man leckere Pizza essen und auch die Kellner sind sehr freundlich. Die beiden Cafés sehen zwar auf den ersten Blick nicht besonders gut aus, auch wenn sie mit Blick zum Meer sind. Die Übersetzungen der Speisekarte ins Deutsche sind zum Teil sehr lustig, aber man versteht was gemeint ist. Der schnelle Service und das leckere Essen machen die nicht ganz so schöne Atmosphäre auch mehr als wett. Ich war fast jeden Tag als ich in Cavtat war hier essen und habe verschiedene Gerichte ausprobiert – ich war jedes mal zufrieden. Einmal habe ich direkt am Strand in einer stylishen Beachbar ein Sandwich bestellt. Es hat zwar gut geschmeckt hat allerdings auch fast 5€ gekostet und der Kellner hatte mein Getränk vergessen, so dass ich fast 15 Minuten durstig warten musste obwohl wenig los war.
In der Altstadt von Cavtat gibt es nicht besonders viel zu sehen. Hier und da eine Kirche aber sonst nicht viel mehr. Das für mich interessanteste war das Mausoleum der Familie Racic. Erbaut wurde dies in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts komplett aus Marmor von der Insel Bra?. Lediglich Glocke und Türgriff bestehen nicht aus Marmor sondern aus Bronze. Im Inneren findet man viele Engelsfiguren. Da das Mausoleum eine sehr gute Akustik hat wird es heute als Friedhofskapelle von Cavtat genutzt.
In Cavtat gibt es viele schön angelegte Spazierwege auf denen man die Stadt erkunden kann. Große Teile der Wege führen am Meer vorbei, wo es selbst in den Sommermonaten erstaunlich ruhig ist.
Da Cavtat über eine direkte Busverbindung nach Dubrovnik verfügt kann man von hier aus innerhalb von einer halben bis dreiviertel Stunden nach Dubrovnik kommen. Die Fahrkarte ist recht billig und die Fahrt lohnt sich damit mehr, als wenn man mit dem Auto von Cavtat nach Dubrovnik fährt. Es gibt zwei Busstationen in Cavtat.
Eine befindet sich direkt im Stadtzentrum, dort ist der Busbahnhof von Cavtat und eine etwas weiter außerhalb. Es gibt sehr alte Busse und auch neue Modelle. ich bin einmal mit einem der alten Busse gefahren und war sehr beeindruckt, wie der Busfahrer es geschafft hat die steilen und sehr engen Straßen von Cavtat damit so problemlos zu befahren. Am besten hält man das Geld für die Fahrkarte bereits abgezählt in der Hand, denn sonst kommt es zu langen Schlangen beim Einsteigen.
Da ich nach anderthalb Tagen so gut wie alles von Cavtat gesehen hatte beschloss ich mit meinem Mietwagen Cavtat zu verlassen und weiter nach Prevlaka zu fahren. Über Prevlaka hatte ich in meinem Reiseführer nur einen einzigen Satz gefunden, nämlich, dass es der südlichste Punkt von Kroatien war. Ohne große Erwartungen machte ich mich daher auf den Weg dorthin. Zum Glück hatte ich eine Karte dabei, auf der die wichtigsten Orte der Gegend eingezeichnet waren. Dies waren nicht viele und so erreichte ich Prevlaka auch recht schnell nachdem ich Cavtat hinter mir gelassen hatte. Der letzte Teil der Straße befand sich noch im Umbau und war nicht asphaltiert. Da es dort sehr eng war, es tiefe Schlaglöcher und spitze Steine gab war ich mehr als nur erleichtert als ich den Teil hinter mir gelassen hatte ohne ein anderes Auto gesehen zu haben.
In Prevlaka angekommen kam ich direkt zu einem Park zu dem eine Festung gehört. Für den Eintritt und das Parken zahlte ich 2€. Kaum war ich ausgestiegen sah ich auch schon mehrere Esel und ein Pferd, die sich von einem anderen Besucher mit Brot füttern ließen. Ich hatte bisher nur wenig Kontakt mit dem dalmatinischen Wappentier gehabt und machte daher ein paar Fotos. Dann ging ich weiter zu der Festung. Der Weg lag komplett in der Sonne und da es fast schon Mittag war brannte die Sonne unbarmherzig auf mich hinunter. Der Wege führte zwar die ganze Zeit am Meer vorbei allerdings konnte ich es wegen der vielen dichten Büsche nicht sehen. Die Festung lag gut versteckt und so ssah ich sie erst kurz bevor ich dort ankam. Der untere Eingang war nicht mehr benutzbar, deshalb ging ich höher um den oberen Eingang zu nehmen. Unterwegs sah ich die erste Schlange außerhalb eines Terrariums. Auch wenn sie klein war hatte ich doch einigen Respekt vor ihr und hielt ab dann die Augen offen. ich besichtigte die gut erhaltene Festung und machten mich dann wieder auf den Rückweg. Am Eingang gab es einen sehr kleine Strand.
Auf dem Wag zurück nach Cavtat war ich sehr froh, dass ich eine Ferienwohnung in Cavtat gemietet hatte. Erstens gibt es nämlich in Prevlaka keine und zweitens war dort überhaupt nichts los. In Cavtat hingegen gab es eine große Auswahl an Cafés und Bars und außerdem sah man hier viele andere Besucher, so dass es nicht langweilig wurde. Cavtat eignet sich sehr gut als Ausgangsort für Erkundungen von Süddalmatien. Hier kann man günstig Urlaub machen und schöne Stunden am Strand verbringen. Leider gibt es in Cavtat selbst nicht viele Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Mein Fazit zu Cavtat: Schöne kleine Stadt hervorragend für einen Strandurlaub geeignet.









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